Süderlügum

... im Norden ganz oben!

"Himmelsbrücke" im Dreiklang

Zum ersten Mal erklang aus dem Turm an der Süderlügumer Marien-Kirche ein Glocken-Dreiklang. Die von Hans Herbert Hansen und seiner vor fünf Jahren verstorbenen Ehefrau Irmtraud gestiftete dritte Glocke war in einem fröhlichen Festgottesdienst von Propst Dr. Kay-Ulrich Bronk feierlich geweiht worden. Vor Gottesdienst-Beginn läuteten die Glocken, wie sonst üblich, dieses Mal nicht, sondern der Posaunenchor unter der Leitung von Jörg Eggers spielte draußen vor dem Glockenturm zur Begrüßung verschiedene Choräle. Mit dabei auch der Stifter Hans Herbert Hansen, „ein Bläser durch und durch“, wie Pastor Matthias Corves hervorhob.

Propst Kay-Ulrich Bronk bezeichnete in seiner eindrucksvollen Predigt die Glocken als eine klangliche Himmelsbrücke. „Das Geläut einer Glocke erinnert uns an jenen Horizont, vor dem sich alles Leben zu verantworten hat und öffnet Herz und Sinne für dieses eine Wort, das alles vermag“, sagte er im Hinblick auf die von den Eheleuten Hansen ausgesuchte Glockeninschrift aus dem Buch des Propheten Jeremia: „O Land, Land, Land, höre des Herrn Worte!“ Nach der Widmung und Weihe der neuen Glocke sangen alle zu der Begleitung von Jochen Seeger an der Orgel und mit dem Posaunenchor das Lied „Nun danket alle Gott ...“, in dem alle Töne der drei Süderlügumer Glocken vorkommen. Danach erklang erst die neue Glocke alleine, bevor dann der harmonische Dreiklang zu hören war. Beim anschließenden Empfang im Pastorat wurde noch manch’ nettes Grußwort gesprochen und dem Stifter herzlich gedankt.

Wenige Tage zuvor war die am 13. Mai im Beisein von Hans Herbert Hansen und Kirchenvorstandsmitglied Gunhild Mai-Riehn bei der Gießerei Rincker im hessischen Sinn gegossenen Glocke in den Kirchturm gehievt worden. Sie hatte davor gut zwei Monate im Eingangsportal der Kirche gestanden. Den Einbau der Glocke im Turn besorgten die Experten Thomas Thomm und Jürgen Schwarck von der Spezialfirma für Glockeneinbauten und Uhrenanlagen Iversen-Dimier aus Hamburg. Dazu waren mehrere Vorarbeiten nötig. So galt es zunächst, die von der Firma Stallitz aus Untergriesbach aus Eichenholz vormontierten Teile für den neuen Glockenstuhl im Turm zusammenzubauen. Unter dem Haltebalken setzten sie dann das sogenannte Joch ein und darüber ein Kugellager, das über das Läuterad für das Schwingen der Glocke nötig ist. Dann kam die schweißtreibende Arbeit,, nämlich die 320 Kilogramm schwere neue Bronzeglocke vom Kirchenportal an ihren endgültigen Standort im Turm zu schaffen. Dieses gelang den beiden Spezialisten mittels eines Hubwagens bis zum Turmeingang und dann auch mit Hilfe einiger Hauptkonfirmanden und sonstiger Zaungäste in den Turm hinein.

Über einen Seilzug ging es für die Glocke dann behutsam zentimeterweise nach oben, bis sie mit fachlichem Geschick der Monteure am Glockenstuhl befestigt werden konnte. Hans Herbert Hansen und Pastor Matthias Corves verfolgten das Geschehen mit großem Interesse und zeigten sich hoch erfreut über das gelungene Meisterwerk. Der von der Firma Wennsauer in Bayern gefertigte Klöppel wurde von Thomas Thomm eingebaut und so konnte per Hand das erste Probe-Geläut der neuen Glocke mit dem „c“-Schlagton erfolgen. Am nächsten Tag wurde noch das Läuterad, die Seilzüge dafür sowie der Elektromotor installiert. Und nach der erforderlichen Programmierung ertönt nun in Süderlügum künftig ein harmonischer Glockendreiklang gemeinsam mit den beiden bisherigen Schlagtönen g’ und b’.

Hans-Werner Christiansen

 

SHZ 28.09.2016

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