Süderlügum

... im Norden ganz oben!

Wiedersehen in Wimmersbüll

 

„School’s out!“: Unter diesem Motto fand in der vor den Sommerferien geschlossenen ehemaligen Matthias-Claudius-Schule im Süderlügumer Ortsteil Wimmersbüll ein endgültiges Abschlusstreffen statt. Etliche tausend Schüler haben in der 1952 eröffneten Schule ihre Haupt- und Realschulabschlüsse abgelegt. Von denen waren an die 700 aus fast allen Teilen der Republik und sogar aus den Niederlanden zu dem Nostalgie-Treffen angereist – es war über fünf Stunden lang ein Kommen und Gehen. Ausrichter war der Schulverband Südtondern-Nord mit Unterstützung des Lehrerkollegiums und der Schulleitung der Emil-Nolde-Schule.

Nachdem Ehemalige seinerzeit von der endgültigen Schließung der Matthias-Claudius-Schule erfahren hatten, gab es umgehend einen Aufruf in den sozialen Netzwerken zu einem Abschlusstreffen. Mit Nanke Jepsen, Doris Wieczorek (Abschlußjahrgänge 1989), Natascha Stein (1995) und Marcus Bestmann (1988) sowie der jetzt ehemaligen Schulleiterin Petra Christiansen fand sich schnell ein Organisationsteam, das eine tolle Vorbereitungsarbeit geleistet hatte. Dafür gab es als Dank jeweils einen Blumenstrauß von der Gemeinde Süderlügum.

Nanke Jepsen war von vielen Ehemaligen angesprochen worden, die alle das Lehrgebäude gerne noch einmal sehen wollten: „Die Schule ist immer etwas Besonderes – es hängen zahlreiche unterschiedliche Erinnerungen daran.“ Auch die Schulleiterin hatte gute Argumente für das Treffen: „Man kann doch nicht so einfach den Schlüssel umdrehen, denn es ist doch ein dankenswertes Element, dass wir hier zur Schule gegangen sind.“

In mühevoller Kleinarbeit hatte das Orga-Team Namen und Fotos der Abschlussklassen aus über fünf Jahrzehnten zusammengestellt und in den Fluren platziert. Diese wurden rege studiert und mit so manchem nostalgischen Kommentar versehen.

Alle Klassenräume waren geöffnet, damit die Ehemaligen nochmals Schulluft an ihren einstigen Lernplätzen schnuppern konnten. Dazu durften sie im Physikraum beim stellvertretenden Schulleiter Axel Stein Platz nehmen oder Werkraum und Lehr-Küche anschauen. Aber genau so wichtig war der Schnack untereinander, denn viele hatten sich tatsächlich seit der Schulentlassung nicht wieder gesehen.

„Eine Schule zu schließen ist ein sehr emotionaler Moment“, sagte Petra Christiansen in ihrer Begrüßung. Deshalb habe man noch einmal alle Tore und Türen geöffnet. Es sei aber ausdrücklich keine „Abrissparty“: Mehrere Räume werden noch weiterhin anderweitig genutzt. Aber überschüssiges Inventar, Lehrmaterial sowie geografische und biologische Karten konnten unter dem Motto „Möchtet ihr ein Andenken?“ käuflich erworben werden. Wobei Preise oftmals Verhandlungsbasis waren und auf einer alten Schultafel auch bald ein „Verkauft“-Schild prangte. Der Erlös geht an die Grundschule Süderlügum und Emil-Nolde-Schule Neukirchen.

Hans-Werner Christiansen

 

SHZ 26.09.2016

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