Süderlügum

... im Norden ganz oben!

Klanggewaltiges Geschenk


In einem Festgottesdienst in der Marienkirche überreichte das Ehepaar Hansen dem Kirchengemeinderat nun die Urkunde, mit der „das Eigentum an der in der Marienkirche Süderlügum neu errichteten Marcussen-Orgel per 5. Dezember 2015 an die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Süderlügum-Humtrup“ übertragen wird. Die Kirche war voll besetzt. Die Besucher waren gespannt darauf, zu hören, wie die Orgel nach der Weihe durch Bischof Gothart Magaard zum ersten Mal öffentlich erklingt. Mit stehenden Ovationen zollten sie dem Ehepaar Hansen ihren Respekt.


Am 20. August 2013 überraschten die Hansens den Süderlügumer Kirchengemeinderat mit einem Brief, in dem sie die Schenkung ankündigten. Zuvor hatten sie im Frühsommer Kontakt mit den Orgelbauern aus Apenrade aufgenommen. Der Landeskirchenmusikdirektor der Nordkirche, Hans-Jürgen Wulf, war bereits in die Pläne eingeweiht. Um langwierige Genehmigungsverfahren abzukürzen, entschloss sich Carsten Hansen, die Orgel direkt zu kaufen und nach Fertigstellung ins Eigentum der Kirchengemeinde zu übertragen. Ende Oktober 2013 war der Kaufvertrag unter Dach und Fach.


Hinter dem alten Prospekt verbirgt nun der erste komplette Marcussen-Neubau im norddeutschen Raum 21 Register, zwei Manuale und ein Pedal. Das Gehäuse ist aus massiver Eiche. 7000 Arbeitsstunden haben die Apenrader Orgelbauer in den Bau des Instruments investiert, das nun „in einem schönen Raum mit guter Akustik“ seinen Platz hat, wie Claudia Zachariassen, Direktorin der Apenrader Orgelbaufirma, erklärte.


„Die Kirchengemeinde brauchte Zeit, um zu begreifen, welche Chancen sich damit boten“, räumte Pastor Matthias Corves ein. Doch nun sei man äußerst dankbar und habe seit September mit Neugier und Freude verfolgt, „wie die neue Orgel in die Kirche hineingewachsen ist“. Zuvor hatte man die Gelegenheit ergriffen, die Marienkirche gründlich zu sanieren und zu restaurieren. Auch dazu hatte das Ehepaar Hansen mit einer neuen akustischen Anlage beigetragen.


Bischof Magaard dankte in seiner Predigt den beiden großzügigen Spendern: „Sie haben Ihrer Verbundenheit mit diesem Gotteshaus und dem darin beheimateten Leben Ausdruck verliehen – und mit dem neuen Instrument ist ja ein wesentlicher Grundstein dafür gelegt, dass die Freude an der Musik in dieser Gemeinde lebendig bleibt“. Er könne sich die Zukunft der Kirche ohne Orgel nicht vorstellen, denn „die Musik trägt Gottes Worte bis in unser Innerstes hinein“.


Mit dem Kauf der Marcussen-Orgel wollte Carsten Hansen auch an die Orgeltradition in der Süderlügumer Kirche anknüpfen – denn schon die erste Orgel aus dem Jahre 1904 stammte von dem dänischen Unternehmen. 25 Jahre später wurde sie von der Firma Kemper umgebaut und weitere 50 Jahre später durch die Kieler Orgelbauer Andresen ersetzt. Die Andresen-Orgel ist mittlerweile verkauft und erklingt jetzt im 200 Kilometer entfernten Norderstedt.


Mit der Orgel habe das Ehepaar nicht nur der Kirche, sondern auch der Region ein bedeutendes Geschenk gemacht, machte Süderlügums Bürgermeister Christian Magnus Petersen deutlich. Peter Ewaldsen, Vorsteher des Amtes Südtondern, sprach die Hoffnung aus, dass die Intention von Carsten und Anne-Grete Hansen, etwas aus Dankbarkeit zu schenken, anstecken möge.


Dem Ehepaar liegt nun am Herzen, dass die Orgel über viele Jahrzehnte hin gut spielt. Das konnte ihnen Direktorin Claudia Zachariassen versichern.


hn

 

SHZ 0812.2015

Sep
19

19.09.17 19:00 - 21:30